Mitten auf dem Place Kléber in Strasbourg befindet sich ein Ort, der Kunst, Architektur und Design auf einzigartige Weise verbindet: die Aubette 1928. Das Gebäude gilt heute als eines der bedeutendsten Gesamtkunstwerke der europäischen Moderne und zieht Kunstliebhaber aus aller Welt an.

Ursprünglich wurde die Aubette im 18. Jahrhundert erbaut und diente zunächst militärischen Zwecken. In den 1920er Jahren entschieden die Brüder Paul und André Horn, dort einen modernen Freizeitkomplex einzurichten. Für die Gestaltung engagierten sie die Avantgarde-Künstler Theo van Doesburg, Sophie Taeuber-Arp und Hans Jean Arp.



Das Ziel der Künstler war ehrgeizig: Sie wollten ein sogenanntes „Gesamtkunstwerk“ schaffen. Nicht nur die Wände, sondern auch Möbel, Typografie, Beleuchtung und Raumaufteilung wurden bis ins kleinste Detail gestaltet. Klare geometrische Formen, kräftige Farben und die Ideen der niederländischen Kunstbewegung „De Stijl“ prägten das Erscheinungsbild der Räume. Besucher sollten sich „in der Malerei“ befinden und nicht nur davorstehen.


Besonders berühmt wurden der Ciné-Dancing-Saal, die Foyer-Bar und das Treppenhaus. Doch das avantgardistische Design war seiner Zeit weit voraus. Viele Besucher empfanden die Gestaltung als zu modern, weshalb große Teile der Inneneinrichtung bereits Ende der 1930er Jahre überdeckt oder verändert wurden.

Erst Jahrzehnte später erkannte man den kulturellen Wert der Aubette wieder. Umfangreiche Restaurierungsarbeiten wurden zwischen 1985 und 2006 durchgeführt, um die ursprünglichen Räume originalgetreu wiederherzustellen. Heute ist die Aubette 1928 frei zugänglich und dient erneut als Ort für Kunst- und Kulturveranstaltungen.
Treppe
Die Treppe wurde von Theo Van Doesburg entworfen. Sie verbindet das Zwischengeschoss mit dem ersten Stock und befindet sich an dem Platz, den Paul Horn schon in seinen ersten Plänen vorgesehen hatte.
Die Wandmalereien stammen von Sophie Taeuber-Arp und Arp. Lange senkrechte Streifen in Grau- und Blautönen stehen im Gegensatz zu den gebrochenen Linien der Treppe. Dadurch wird die Bewegung nach oben betont. Das rechteckige Treppenhaus besteht aus drei Treppenläufen und zwei Podesten.


Das Glasfenster wurde von Arp entworfen. Das Modell davon wird heute im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst aufbewahrt. Das Fenster besteht aus dreißig rechteckigen Glasfliesen in Grau-, Blau- und Beigetönen.
Ciné-Dancing (oder Ciné-bal)

Viele Skizzen zeigen, wie Theo Van Doesburg Schritt für Schritt die Wände und die Decke dieses 250 m² großen Saals entwarf. Dabei nutzte er die Ideen des Elementarismus, einer Kunstrichtung, die er 1924 gründete. Im Gegensatz zum Neoplastizismus von Mondrian, der nur gerade Linien benutzt, arbeitet der Elementarismus auch mit schrägen Formen, um mehr Bewegung und Dynamik zu schaffen.
Van Doesburg orientierte sich an den geraden Linien der Architektur und der rechteckigen Trennwand. Daraus gestaltete er eine Komposition aus schrägen Quadraten, Rechtecken und Dreiecken in Schwarz, Weiß, Gelb, Grün, Blau und Rot.


Der Saal erhält Tageslicht von der Südseite durch fünf Fenster mit Blick auf den Place Kléber. Zusätzlich sorgen Lampen an der Decke für künstliches Licht.
Foyer-Bar
Die Foyer-Bar wurde von Sophie Taeuber-Arp gestaltet. Der Raum hat eine trapezförmige Form. Van Doesburg plante ihn als Verbindung zwischen dem Festsaal und dem Ciné-bal, damit die Besucher leichter von einem Raum zum anderen gehen konnten. Der Raum war offen und diente zum Ausruhen und Erfrischen. An der Nordwand gab es eine halbrunde Bar. Gleichzeitig konnten die Besucher den Film aus dem Ciné-bal sehen.



Für die Wände benutzte Sophie Taeuber-Arp rechteckige Farbflächen in Grau- und Rottönen. Davon ließ sich Théo Van Doesburg inspirieren, als er den Boden entwarf.
Festsaal
Für dieses Werk benutzte Van Doesburg – anders als beim „Ciné-bal“ – nur gerade Linien. Senkrechte und waagerechte Linien bilden Quadrate und Rechtecke. Die Farben sind Gelb, Blau, Rot, Schwarz und Weiß. Diese Farben sind typisch für den neoplastischen Stil. Zwei ähnliche Farbtöne werden nebeneinandergesetzt, um einen besonderen Kontrast zu schaffen. In einigen Teilen befinden sich emaillierte Platten mit jeweils sechzehn Glühbirnen, die für künstliches Licht sorgen. Das ursprüngliche Projekt sah einen farbigen Linoleumboden vor. Dieser wurde schließlich durch einen Holzparkettboden ersetzt.



Wer Straßburg besucht, sollte dieses besondere moderne Gebäude unbedingt sehen. Die Aubette 1928 zeigt, wie modern und neu Kunst und Design schon vor fast hundert Jahren waren.
Geöffnet von Mittwoch bis Samstag
Von 14 bis 18 Uhr
Eintritt frei
BONNE VISITE! SCHÖNE BESICHTIGUNG!
*Artikel mit Hilfe von Chat GPT, Copilot und DeepL zusammen gefasst.*




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